Fraktion Verband Region Stuttgart
   
 

FDP-Regionalrat Kai Buschmann sieht Chancen für die Wirtschaft

Firmen im Kreis Ludwigsburg und im Rems-Murr-Kreis können von der Ethylen-Pipeline profitieren

 

Jeder, der Ethylen brauchen kann, hat das Recht, sich an die Ethylen-Pipeline anzuschließen, die demnächst durch den Kreis Ludwigsburg läuft. Das hat die Ethylen-Pipeline-Süd GmbH gegenüber FDP-Regionalrat Kai Buschmann bestätigt. Dieser sieht in der Pipeline „eine Chance für die Wirtschaftsentwicklung im Kreis Ludwigsburg“. Die gilt insbesondere für die Bereiche Vahingen/Enz, Bietigheim-Bissingen, Besigheim und Murr sowie insbesondere für Sachsenheim.

Bisher hat die Pipeline von Bayern nach Ludwigshafen als Streitpunkt Schlagzeilen gemacht. Die wirkliche Bedeutung des Projektes ist für Kai Buschmann dadurch ins Hintertreffen geraten. Als Mitglied des Planungsausschusses entdeckte er in den Planungsunterlagen, dass die Pipeline nicht nur durch den Kreis Ludwigsburg führt, sonder auch hier genutzt werden kann: „Das eigentliche Ziel des aus dem bayerischen Münchsmünster gepumpten Ethylen ist natürlich Ludwigshafen, der größte Chemiestandort mit der BASF“, sagt Buschmann. Aber in den Unterlagen werde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Leitung auch eine „in der Region Stuttgart nutzbare Infrastruktureinrichtung“ sei.

Nun orientiere sich die Pipeline aber aus Machbarkeitsgründen im Wesentlichen an der Trasse der vor 40 Jahren durch den Landkreis gelegten Transalpinen Ölleitung (TAL) und berücksichtige die Lage von Industrie- und Gewerbegebieten im Nordraum des Landkreises gerade nicht. Besonders augenfällig sei dies im Fall von Sachsenheim, so Buschmann. Hier verlaufe die Trasse nördlich der Gemeinde. Das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet Eichwald, ein regionalbedeutsamer Schwerpunkt für die Industrieansiedlung, liege aber südlich der Gemeinde in 3,5 Kilometer Entfernung.

Dass die Leitung dennoch auch als Versorgungseinrichtung für die Region Stuttgart nutzbar sei, bestätigte ihm die Betreibergesellschaft EPS Ethylen-Pipeline Süd: Danach hat jeder das Recht, sich an die Pipeline anzuschließen und Unternehmen können vor Ort Anschlusspipelines bauen lassen. Buschmann: „Diese müssen den technischen Anforderungen der EPS entsprechen und von den Interessenten selbst finanziert werden.“

Der „Anschluss an die EPS-Pipeline ist unter diesen Voraussetzungen auch für ein neu anzusiedelndes Unternehmen im interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiet Sachsenheim möglich“, teilte EPS-Geschäftsführer Thomas Schmid dem FDP-Regionalrat mit. „Da auch die großen Gewerbegebiete in Vahingen/Enz, Bietigheim-Bissingen, Besigheim und Murr mit zwei bis vier Kilometern in vIn einer Anfrage möchte die FDP deshalb jetzt vom Verband Region Stuttgart und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Region Stuttgart (WRS) wissen, wie weit sie in diesem Punkt schon aktiv geworden sind und geprüft wurde, welche Firmen im Kreis Ludwigsburg aber auch in Rems-Murr für einen Anschluss an die Pipeline in Frage kommen. "Wurden bereits Gespräche mit Firmen in dieser Frage geführt? Gibt es schon Interessenten aus

 

 


 


 

 

 

dem Bestand für einen Anschluss? Gibt es Anfragen für Neuansiedlungen aufgrund des Pipeline-Angebots? Wie stuft die Verbandsverwaltung beziehungsweise die WRS die mit dieser Pipeline verbunden wirtschaftlichen Möglichkeiten für die Region ein?", heißt es in der Anfrage.

Ethylen ist Ausgangsstoff für die Erzeugung von Kunststoffen, die häufig als Verpackungsmaterialien oder Gehäuse im Automobil- und Maschinenbau Verwendung finden. Kai Buschmann ist sich deswegen sicher, dass es bei den Firmen im Kreis Ludwigsburg dafür einen Bedarf gibt.

Außerdem könne ein möglicher Pipelineanschluss auch ein wichtiges Argument bei der Ansiedlung neuer Betriebe sein. Es sei richtig, dass über die Belastung von Anrainern gesprochen werde und es sei klar, dass diese so gering wie möglich zu halten seien. Aber: "Wir müssen die Ethylen-Pipeline auch als Chance für die Region und speziell den Kreis Ludwigsburg begreifen, hier den Wirtschaftsstandort zu sichern und auszubauen."