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Pilotprojekt
"Elektronische Bewilligung von Bauanträgen" im Zuge des Innovations-netzwerkes
Region Stuttgart
Antrag:
Der Verband Region Stuttgart initiiert über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft
der Region Stuttgart (WRS) und in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum
KIND Esslingen und interessierten Kommunen ein regionsweites
Projekt zur Unterstützung von Städten, Gemeinden und Landkreisen
bei der raschen Einführung der Elektronischen Abwicklung und
Bewilligung von Bauanträgen auf der Basis der im Rahmen des
Projektes Mediakomm in Esslingen entwickelten Plattform des
Virtuellen Bauamts.
Ziel des Projektes "Vernetztes Bewilligen von Bauanträgen
in der Region Stuttgart" ist, die Wirtschaftlichkeit der elektronischen
Bewilligung im Alltagsbetrieb zu überprüfen und gegebenenfalls
auf diesem Weg den Kommunen in der Region bevorzugt die Möglichkeit
zu eröffnen, über den Einsatz bereits erprobter elektronischer
Entwicklungen ihre Abläufe zu optimieren und Mittel einzusparen.
Angestrebt wird der möglichst flächendeckende Einstieg durch
die Kommunen in diese neue Bewilligungsform. Das Projekt unterstützt
die Veränderungs- und Optimierungsprozesse in den Verwaltungen,
Architektenbüros und den Auftraggebern von Bauaufträgen.
Die Einzelheiten des Projektes und der erforderliche Kostenrahmen
sind von der WRS und dem Kompetenzzentrum KIND in Abstimmung
mit einer ersten Gruppe interessierter Kommunen zu erarbeiten
und dann zur endgültigen Genehmigung vorzulegen. Für die Erarbeitung
des Konzeptes wird seitens der WRS ein erster Betrag von 50.000
Euro bereitgestellt.
Das Projekt ist aus den Mitteln der WRS zu finanzieren. Es
ist zwischen WRS und KIND ein Finanzierungsmodell zu erarbeiten,
das sicherstellt, dass die seitens der WRS eingesetzten Mittel
bei Erfolg des Projektes wieder an die WRS zurück fließen.
Da das Virtuelle Bauamt nach einer Studie der TU München (Professor
Helmut Krcmar) am Beispiel der Stadt Ingolstadt und der Firma
Audi ein Einsparpotenzial von bis zu 1.900 Euro pro Bauantrag
mit sich bringen kann, sind die Vereinbarungen so zu treffen,
dass bei einem Regulärbetrieb gegen Entgelt, die von der WRS
für das Projekt bereit gestellten Mittel mittelfristig zurück
gezahlt werden.
Begründung:
In der Region Stuttgart stellt die Bautätigkeit einen wesentlichen
Wirtschaftsfaktor da. 2003 wurden 4.533 Baugenehmigungen im
Wohnbau und 602 Baugenehmigungen im Nichtwohnbau erteilt.
Im ersten Quartal 2004 wurden 2.355 Baumaßnahmen mit einem
Gesamtvolumen von 699 Millionen Euro genehmigt. Im zweiten
Quartal 2004 waren es 1.753 Maßnahmen mit einem Volumen von
543 Millionen Euro.
Schon aus diesen Zahlen zeigt sich klar, die wirtschaftliche
Bedeutung. Gleichzeitig ergibt sich daraus auch, wie wichtig
eine schnelle und unbürokratische Abwicklung von Bauanträgen
für die Beteiligten ist. Dies gilt zum einen aus der Sicht
der Bauherren, die ein Interesse an einem möglichst raschen
und unbürokratischen Ablauf des Genehmigungsprozesses haben.
Zum anderen ist davon auszugehen, dass auch die Kommunen ein
starkes Interesse an dieser neuen Form der Antragsbewilligung
haben, da sich nach ersten Untersuchungen auch für sie wesentliche
Vorteile ergeben: Das Virtuelle Bauamt bietet eine Möglichkeit
zu einer wesentlichen Beschleunigung der Prozesse durch die
Reduktion der Transport und Liegezeiten in den Verwaltungen,
bei gleichzeitig möglicher massiver Einsparung von Kosten.
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So hat sich bei einer Studie der TU München,
Professor Helmut Krcmar, ein Einsparpotenzial von bis zu 1.900
Euro pro Bauantrag für die Beteiligten ergeben. Damit sind
die Voraussetzungen vorhanden, die Einführung des Systems
über einen Teil der Einsparungen zu finanzieren und gleichzeitig
den Beteiligten Möglichkeiten der Kostensenkung auf ihrer
Seite zu eröffnen.
In Ingolstadt ergab sich daraus ein wesentlicher Vorteil für
den Autohersteller Audi. In der Region Stuttgart ist mit ähnlichen
Vorteilen für die hier ansässige Industrie zu rechnen. Daimler-Chrysler
und Bosch haben bereits ihr Interesse an einem solchen Projekt
gegenüber dem Kompetenzzentrum KIND zugesagt. Die Landeshauptstadt
Stuttgart hat ihre Teilnahme ebenfalls signalisiert. Mit anderen
Städten und Landkreisen laufen sehr erfolgversprechende Gespräche.
Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Umsetzung bestehen
bereits oder werden mit dem Elektronik-Anpassungsgesetz geschaffen,
das von der Landesregierung im Landtag eingebracht worden
ist. Ziel des Projektes muss es sein, vor allem die Bewilligungsbehörden
und die Architekten schnell und umfassend mit den Funktionalitäten
des Virtuellen Bauamtes vertraut zu machen und so den innovativen
Vorsprung in einen wirtschaftlichen Vorsprung und damit einen
Standortvorteil umzumünzen. Dies entspricht den Zielsetzungen
des Innovationsnetzwerkes Region Stuttgart, das Regionaldirektor
Dr. Steinacher vorgestellt hat.
Da mittelfristig aus dem Projekt für die Beteiligten wirtschaftliche
Vorteile entstehen und das Virtuelle Bauamt von der Anlage
her so gestaltet ist, dass es sich über Gebühren aus dem Wertschöpfungspotenzial
refinanziert, kann das Projekt bei der WRS so angelegt werden,
dass die eingesetzten Mittel bei Erfolg an die WRS zurück
fließen. Damit wäre auch der ständigen Forderung der FDP-Regionalfraktion
Rechnung getragen, regionale Projekte nicht als reine Zuschussprojekte
zu konzipieren, sondern als Investitionsprojekte, bei denen
die öffentliche Hand als Zuschussgeber auch an den Projekterfolgen
Teil hat.
Anlage:
Wirtschaftlichkeit
von
E-Government am
Beispiel des elektronischen Bauantragsprozesses
(PDF-Dokument 396 KB)
Informationen über das Kompetenzzentrum KIND
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