Fraktion Verband Region Stuttgart
   
 

Kleine Unternehmen als Anbieter für Kommunen im Internet fit machen

Mit einem Pilotprojekt soll der Verband Region Stuttgart kleine und mittlere Unternehmen für die neue Art der Auftragsvergabe durch Kommunen fit machen: "Wenn wir auf der einen Seite die Bildung von elektronischen Einkaufsgemeinschaften durch Kommunen fördern, dann müssen wir auf der anderen Seite auch dafür sorgen, dass die kleinen und mittleren Unternehmen der Region, die den Kommunen bisher als Lieferanten dienten, elektronische Anbietergemeinschaften bilden können", sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende Jürgen Hofer (MdL). "Sonst laufen wir Gefahr, lokale Wirtschafts-strukturen zu zerschlagen".

Die FDP möchte, dass das Projekt beim regionalen Kompetenzzentrum KIND angesiedelt wird.

"Der Verband Region Stuttgart wird beauftragt, das Pilotprojekt "Einkaufsgemeinschaft" für den zentralen Einkauf durch Kommunen durch ein Pilotprojekt "Bietergemeinschaft" für KMU zu ergänzen", heißt es dazu wörtlich im FDP-Antrag. Und weiter: "In diesem Pilotprojekt sollen die Voraussetzungen und Strukturen geschaffen werden, dass lokale Anbieter aus dem Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen in der Lage sind, die Anforderungen zu erfüllen, die sich ihnen durch Zusammen-schlüsse von Kommunen zu Einkaufsgemeinschaften stellen. Insbesondere ist die elektronische und logistische Infrastruktur mit dem Ziel zu entwickeln, in den Kommunen die Existenz lokaler Arbeits-plätze und Gewerbesteuerzahler auch im Zeitalter globaler Angebotsvernetzung zu sichern. Die Abwicklung des Pilotprojektes soll dem Kompetenzzentrum KIND übertragen werden."

Damit, so Jürgen Hofer, soll gesichert werden, dass sich die Region nicht nur einseitig in Sachen Einkaufsgemeinschaft für Kommunen engagiert, sondern gleichzeitig die Werkzeuge und Methoden entwickeln hilft, mit der sich die Firmen auf diese neue Form des Handels einstellen können: "Wie immer hat die Medaille zwei Seiten, Einkaufsgemeinschaften von Kommunen, wie sie jetzt erprobt werden, schaffen natürlich eine größere Nachfragemacht, sie verstärken aber auch die Gefahr, dass noch intakte lokale Strukturen zerstört werden. Teilweise wird Umsatz auf diese Art wieder aus den Innenstädten heraus auf die in diesem Fall virtuelle grüne Wiese verlagert."
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Deswegen "streben wir eine Vernetzung der Unternehmen an, damit diese ihre bisherigen Standorte halten können und unsere Innenstädte nicht weiter verarmen." Die zentrale Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen, so heißt es dazu in der Begründung des Antrages "darf nicht dazu führen, dass Aufträge nur noch an große, überörtlich angesiedelte Anbieter gehen. Nach der Presseerklärung des Verbandes vom 10.04.2002 ist es das Ziel des Verbandes "größere Auftragsvolumina zu erhalten und dementsprechend günstigere Konditionen". Die zentrale Beschaffungsgemeinschaft, mit der dieses Ziel verfolgt wird, kann aber nur dann ohne negative Folgen für den lokalen Handel funktionieren, wenn gleichzeitig Angebotsgemeinschaften aufgebaut werden. Das muss dann so funktionieren, dass diese Angebotsgemeinschaften beispielsweise aus lokalen Unternehmen bestehen, die in der heute üblichen Form ihre Rathäuser und Kommunen beliefern, im Einkauf als Gemeinschaft aber gegenüber den Herstellern und dem Großhandel bessere Konditionen herausholen können, die sie an die Kommunen weitergeben können."

Den lokalen Gewerbetreibenden die Chance zu eröffnen, sich an großen Ausschreibungen zentral zu beteiligen, aber dennoch ihre Selbstständigkeit bewahren zu können, sei eine zentrale Aufgabe der Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart. Von seiner Zielrichtung her, ist das Kompetenzzentrum KIND aus Sicht der FDP-Regionalfraktion "der optimale Partner für die Umsetzung eines solchen Projektes. Dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass Projektmittel in der Region zu streuen sind und die Region Marktplatz Stuttgart GmbH bereits mit der Umsetzung der Einkaufsplattform für Kommunen beauftragt worden ist."
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